Im einem vorigen Post fragte ich abschließend, ob sich in den letzten Jahren vornehmlich das Fernsehprogramm oder eher das Fernsehpublikum verändert hat. Wer die zugrundeliegende Beobachtung meinerseits nicht nachvollziehbar findet, dem schlage ich folgende Veranschaulichung vor:
Beim nächsten ziellosen Zappen durch die Kanäle einfach mal immer dann lauthals und ungehemmt „Ti**en!“, „Fraß!“ oder „Hitler!“ ausrufen, wenn die laufende Sendung auf dem gerade erreichten Kanal eines dieser Themen auf eine Art und Weise darstellt, die offensichtlich die Information des Zuschauers zugunsten der Unterhaltung1 sträflich vernachlässigt.
Allein an der zuerst irritierten, später entnervten Reaktion der Mitbewohner/Familienmitglieder/Freunde in Hörweite wird dann garantiert deutlich, wovon ich spreche.
(Erfreulich wäre es zu guter Letzt doch, wenn man daraus ein feucht-fröhliches Trinkspiel ableiten könnte. Vorschläge dazu sind in den Kommentaren sehr gern gesehen!)
Terry Pratchett hat seinen Lord Vetinari einmal in diesem Zusammenhang an den Gründer der ersten Zeitung der Scheibenwelt folgende Worte richten lassen:
„People like to be told what they already know. Remember that. They get uncomfortable when you tell them new things. New things … well, new things aren’t what they expect. They like to know that, say, a dog will bite a man. That is what dogs do. They don’t want to know that a man bites a dog, because the world is not supposed to happen like that. In short, what people think they want is news, but what they really crave is olds.“
1 neudeutsch „Entertainment“, in den übleren Fällen auch mal „Edutainment“
12. November, 2008 um 18:41
Als Trinkspiel mag ich das Roboter-Spiel eigentlich viel lieber: Futurama gucken und immer trinken wenn Bender im Bild ist. Alternativ auch als Schlumpf-Spiel.
Tipp: Kurze Sätze = Einfacheres Lesen. Das ist hier immerhin kein Feuilleton.
12. November, 2008 um 19:16
Werden dann. Zu kurz!