Ach, von Zeit zu Zeit, da wünscht ich, ich könnt’ immerzu ganz differenziert denken, sprechen und handeln. Blöd nur, dass Polemik so viel Spaß macht:
Das „freie Spiel der Märkte“ regelt allenfalls eure Mütter!
Nein, mir geht es hier nicht um die aktuelle Wirtschafts-, respektive Finanzkrise! Glücklicherweise konnte mich meine Ignoranz bis dato vor wirtschaftswissenschaftlichem Detailwissen über deren Ursachen, Auswirkungen und Zusammenhängen schützen. Alles Streben nach Erkenntnis in Ehren, aber in diesem Falle ist meine Ignoranz nicht nur geduldet, sondern gewollt. Ich habe im Regelfall Schwierigkeiten, die Berührungspunkte zwischen irgendwelchen monetären Seifenblasenrealitäten und dem, was ich Tag um Tag erlebe, auszumachen und zu verstehen.
Entgegen dieser Regel steht aber gerade jetzt einer dieser Berührungspunkte ganz greifbar vor mir: Der eeePC 1000H, von M$ und seinem Windoof befreit durch Debian GNU/Linux. Ein Traum! Nein, wirklich! Ein elektronisches Gerät, dass genau so, wie ich es dazu instruiere, mir Arbeit erleichtert oder sogar ganz abnimmt.1
Warum gibt es solcherlei Netbooks nicht schon seit zehn Jahren? Oder wenigstens seit fünf? Es ist ja nicht so, als dass ich mit meiner Begeisterung allein wäre: Das krisenresistente Wachstum der Netbook-Sparte hat schon den einen oder anderen bei heise.de dazu veranlasst, von einer „Lizenz zum Gelddrucken“ zu sprechen.
Umso weniger verständlich war hier die schnarchnasige Reaktion der Angebotsseite. Ein Ausschnitt daraus verlief vor meinem inneren Ohr etwa so:
Management: „Wiewaswo? Häh? Kompakt, portabel, sparsam und durch unprätenziöse Hardware auch noch erschwinglich? Wer will das denn?“
Marketing: *Fasel*, *buzzword*, Green IT, *murmelmurmel*, „Netbook“!
Management: „Ach?! Na, dann sagt mal der Entwicklungsabteilung bescheid!“
[...]
Entwicklungsabteilung: „Jaja, wir wissen wovon die Rede ist, die Entwürfe liegen hier seit anno Tobak in der Schublade. Habt ihr unsere Memos nicht gelesen?!“
Kurzum: Hier haben die „freien Märkte“ und ihre (Achtung, Paradoxon!) „Lenker“ versagt. Mal wieder.
1 Das ist in dieser Formulierung natürlich eine Steilvorlage für die Apple-Fraktion. Gegen Apple sprechen für mich aber seit eh und je zwei triftige Gründe: €’s und Closed Source.
Schlagworte: eee 1000h, freie märkte, marktversagen, polemik
29. November, 2008 um 02:46
Deine Mudda mag ja gegen MS argumentieren, aber mal so ganz ehrlich! Aber so ganz!
Wer vom Weltmarktführere (Micro SOFT) kauft, der kann ja kaum enttäuscht werden.
Wenn DU also, als rechts, links, mittel, oben und UNTEN-Radikaler von dir ja DIR behauptest, FREI ja FREI FREI FREI jeglicher Bevorzugung von IMPERIALISTISCHEN wenn nicht sogar kapita, Kapita, KAPITALISTISCHEN Weltanschauungs- und Ordnungs-Richtungen! Wenn nicht sogar RICHTUNGEN zu sein! Ja, dann so dir Gott oder wer auch immer oder auch GOTT! Helfe!
Naja, wenn überhaupt, dann nicht und wennn doch, dann vergiss’ es!