Was ist das bitte überhaupt für ein schwachsinniger Schrotschuss-Journalismus, der sich hierzulande immer dreister ausbreitet? Der Stern blökt „Schlank, stark und fit“, der Fokus titelt „Das große Ernährungspecial: Welcher Esstyp bin ich?“.
Der Stern-Titel ist hier aber das eigentliche Sahnebonbon: Schlank wollen ja die Frauen sein, stark die Männer, während von den Verbleibenden niemand, direkt heraus gefragt, verneinen würde, dass er/sie gerne „fit“ wäre. Sowas informiert! Sowas polarisiert! Da wird es richtig licht im Dunkeln!
Nun gut, dass sich die großen drei bundesdeutschen Wochenmagazine bald nur zur Hinternhygiene eignen werden, ist nicht neu. Neu wäre es für mich aber, wenn jemand eine plausible, starke Korrelation zwischen „stark“ und „schlank“ gefunden hätte, deren Existenz immer und immer und immer wieder von den Medien, hier vom Stern, suggeriert wird.
Den Beobachtungen zufolge, die ich bis heute anstellen konnte, verhält es sich nämlich vielmehr so: Mit zunehmender, unzweideutig als solcher erkennbarer und messbarer Körperkraft eines Menschen wird er/sie eher „dick“ als „schlank“! Ein paar Beispiele:
- Matthias Steiner
- Teilnehmer diverser Strongman-Wettkämpfe, besonders anschaulich dieser junge Mann.
- Selbst wenn man sich dazu durchringen kann, Bodybuilder als „stark“ hinzustellen, sollte man wenigstens einmal deren Physis innerhalb und außerhalb der Wettkampf-Saison verglichen haben.
Aber die ganz schlauen Füchse werden sich schon gedacht haben, worum es hier letzlich geht: Eigentlich geht es mir nämlich nur darum, meinen BMI von 33,4 zu rechtfertigen und mich vor der Diät zu drücken! Richtig!
…nicht! Noch mal in aller Deutlichkeit von jemandem, der viel Zeit, Geld, Kraft und Hirnschmalz in das Thema investiert hat, für alle anderen zum mitschreiben:
Wer wirklich stark sein will, kann gleichzeitig nicht schlank sein!